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Die Villa Ten Hompel am Kaiser-Wilhelm-Ring
Rudolf ten Hompel, Großindustrieller
Die Villa wurde ab 1924 vom münsterschen Industriellen Rudolf ten Hompel gebaut. Ten Hompel war einer der reichsten Bürger der Stadt Münster und Besitzer der größten Zementwerke Deutschlands, den Wiking-Werken, außerdem von 1920 bis 1928 Reichstagsabgeordneter der Zentrums-Partei.
Das Haus, gelegen am Kaiser-Wilhelm-Ring, und sein weitläufiger Garten waren dementsprechend häufig Ort von Festen und Empfängen und dafür recht luxuriös ausgestattet.
In der Weltwirtschaftskrise und den folgenden schwierigen Zeiten Anfang der 1930er Jahre brach auch ten Hompels Zementimperium zusammen. Im Jahre 1935 wurde der ehemalige Generaldirektor ten Hompel vor dem Landgericht Münster wegen Veruntreuung, Konkursvergehen, Vermögensverschiebungen und Urkundenfälschung angeklagt und zu drei Jahren Gefängnis sowie einer Geldstrafe von 22.000 Reichsmark verurteilt. 1939 ging die Villa schließlich in den Besitz des Reichsfiskus über und Rudolf ten Hompel ging nach München, wo er 1948 starb.
Die Villa ten Hompel im Besitz der Ordnungspolizei
Ab April 1940 übernahm die Ordnungspolizei die Villa als Hauptquartier für den Wehrbezirk VI, der das ganze heutige Nordrhein-Westfalen mitsamt der Region um Osnabrück und Teilen Belgiens umfasste.
Von dort hatte der Befehlshaber der Ordnungspolizei Befehlsgewalt über fast 200.000 Mann.
Während des Krieges wurden aus der Villa ten Hompel auch Wachmannschaften für Deportationen und Aufsichtspersonal für Arbeitserziehungslager organisiert, außerdem wurden Fremdarbeiter und Kriegsgefangene dort überwacht.
Die Villa als Teil der Landespolizei
Nach dem Zweiten Weltkrieg diente die Villa ten Hompel als Hauptsitz für die Landespolizei sowie ab Frühjahr 1946 auch der Kriminalpolizei, die im Oktober aber mit der Düsseldorfer Kripo zusammengelegt wurde und sich aus der Villa zurückzog. Bis 1953 war außerdem die Wasserschutzpolizei des Bereichs Westdeutsche Kanäle hier stationiert, dann wurde sie nach Duisburg verlegt.
Entschädigungszahlungen aus der Villa ten Hompel heraus
Ab 1953 war das Wiedergutmachungsdezernat der Bezirksregierung in der Villa ansässig. Als solches war es dafür verantwortlich, Entschädigungszahlungen an Opfer des Nationalsozialismus und deren Hinterbliebene zu leisten. 12.000 Menschen stellten in den Jahren bis 1968 einen Antrag auf Entschädigung, an diese wurden 100.000.000 Mark ausgezahlt
Die Villa als Gedenkstätte
Ende der 1990er kaufte die Stadt Münster die Villa, um hier eine Gedenkstätte einzurichten, die sich dem Polizei- und Verwaltungshandeln widmete. Am 13. Dezember 1999 eröffnete Oberbürgermeister Berthold Tillmann in Anwesenheit von NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement und dem Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland Paul Spiegel die erste Ausstellung. Neben der Dauerausstellung "I.m A.uftrag" sind hier immer wieder Ausstellungen zu sehen, die sich um die Themen NS-Verbrechen, Wiedergutmachung, Polizei- und Behördengeschichte drehen. Die Villa arbeitet eng mit der Universität, Schulen und der Polizei zusammen (Seminar- und Bildungsarbeit). Außerdem befinden sich hier eine Bibliothek und ein Archiv. Die Fachhochschule Münster unterstützt die Ausstellung der Villa in Fragen des Designs.
Schlagzeilen um die Villa gab es zum Jahreswechsel 2005/2006, als in der münsterschen CDU Überlegungen laut wurden, die 280.000 Euro, die die Stadt der Villa jährlich zuschießt, zu kürzen oder ganz zu streichen.
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