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Mehr zu der von Frau Bennink angesprochenen Thematik lesen Sie bitte unter: www.menschenmachenmuenster.de. Dort ist alles über das Engagement der Parteien aller Fraktionen und das Interessse der Bevölkerung und die Unterstützung durch die Presse nachzulesen.
Helga Bennink zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 525: Schifffahrter Damm/ Lahnstraße/ Bahnlinie Münster-Rheda-Wiedenbrück Gehalten am 10. Dezember 2008 Folgenden Redebeitrag hielt GAL-Ratsfrau Helga Bennink im Rat zur Vorlage V/0995/2008 (Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 525: Schifffahrter Damm/ Lahnstraße/ Bahnlinie Münster-Rheda-Wiedenbrück):

Sehr geehrter Oberbürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren,
gehen Sie doch einmal die Warendorfer Straße entlang. Sie werden an mehreren Bäckereien, an den zwei Lebensmittelsupermärkten Rewe und Kaisers, an Apotheken, an einen Bioladen, an einen Weinladen, an zwei Drogeriemärkten, an ein Kunstgewerbegeschäft, an einem Schuhgeschäft , an einem Fernseh-Elektrofachgeschäft, an zwei chinesische Imbissen, an einem Second-Hand-Geschäft, an einem Kino, einem Fotogeschäft usw. usw. vorbeigehen. Sie werden eine gut aufgestellte Straße sehen, die von den AnwohnerInnen der Warendorfer Straße und den umliegenden Wohngebieten vom Angebot als hervorragend bezeichnet und geliebt wird.
Meine Damen und Herren, fragen Sie die Anwohnerinnen, sie werden Ihnen sagen, dass sie die Warendorfer Straße vor allem wegen der Mitmenschlichkeit und der freundlichen Atmosphäre und der gut funktionierenden Nachbarschaft als sehr angenehme Lebensumgebung empfinden und gerne dort einkaufen gehen. Vor allem ist der Bringservice von Waren einiger Läden für ältere und behinderte Personen sehr wertvoll. Sie werden feststellen, die BürgerInnen der Stadt Münster sind mit ihrer Warendorferstraße und den vielen inhabergeführten Läden und der gewachsenen Einzelhandelsstruktur sehr zufrieden. Nicht umsonst ist das Ostviertel mit der gut funktionierenden Wolbecker und Warendorfer Straße das beliebteste Viertel Münsters. Da stellt sich doch die Frage, warum sollte sich hier eigentlich grundsätzlich etwas ändern.
Meine Damen und Herren : Was ist denn der Hintergrund dieser hier zur Beschlussfassung vorliegenden Vorlage:
Durch die Geschäftsaufgabe der Firma Guttermann als Bürofachhandel vor einigen Jahren wurden die Grundstücksflächen auf dem Markt für eine Nachfolgenutzung angeboten. Die Firma Conrad, ein großer Elektronik-Fachmarkt, hatte Interesse, ist aber vor kurzem abgesprungen.
Nun hat sich ein Investor gefunden, der auf 2000m² überwiegend Lebensmittel und Discount-Betriebe ansiedeln möchte. Dieses Anliegen der Investoren ist durchaus nicht verwerflich, denn Investoren sehen in erster Linie monetäre Interessen. Das Anliegen der Lebensmittel- und Discount-Betriebe ist darauf ausgerichtet seine Umsätze zu einem erheblichen Teil der Warendorfer Straße zu entziehen. Der regionale Bezug zu Münster und seinen Bürgerinnen fehlt jedoch dem Investor.
Die Verwaltung hat reagiert und erstellte eine Vorlage, die dem Anliegen des Investors positiv gegenüber steht. Es wird gleichzeitig das Einzelhandelsgutachten auf dem Tisch gelegt, in dem es heißt, dass im Rahmen der Umnutzung des Areals Guttermann die Möglichkeit besteht, die Angebotsstruktur des Einzelhandels an der Warendorfer Straße durch großflächige Ansiedlungen zu ergänzen. Gleichzeitig wird in dem Gutachten eine Überversorgung im Bereich Nahrungs- und Genussmittel festgestellt. Die Folge dieser Bebauung wäre also ein Verdrängungswettbewerb.
Aber muss dieses Angebot in Konkurrenz zu den bereits bestehenden kleinteiligen Strukturen in der Warendorfer Straße stehen?
Wir meinen: Nein!
Es wird zwar noch ein Gutachten erstellt, aber ich bin ziemlich sicher obwohl ich die Ergebnisse nicht kenne, dass das Resultat sein wird, dass genau es an dieser Stelle für die genannten Sortimente (Einzelhandelsbereiche) keine Bedenken gibt.
Nun, meine Damen und Herren, wessen Interessen werden hier vertreten. Meine Antwort: die Interessen der Investoren: Sie wollen Geld verdienen, was verständlich ist. Die Bürger mit Ihren Interessen bleiben dabei auf der Strecke und die Warendorfer Straße wird zu einer gesichtslosen Straße mit viel Leerstand, wie wir es leider bereits in ersten Ansätzen auf der Hammer Straße sehen können seit an der Friedrich-Ebert-Straße die Lebensmitteldiscounter angesiedelt wurden.
Wir von den Grünen fordern Sie als Entscheider dieser Vorlage auf: zerstören sie nicht die sehr gut funktionierenden gewachsenen Nahversorgungsbereich an der Warendorfer Straße, fragen Sie die Anwohnerinnen, die dort einkaufen und Leben, was sie wollen. Denn nicht Investoren sollten Münster gestalten, sondern die AnwohnerInnen (Kaufleute und Dienstleister) der Stadt Münster.
Stimmen Sie bitte zusammen mit den Grünen gegen diese Vorlage und tragen Sie dazu bei, dass die Warendorfer Straße nicht zu Durchgangsstraße mit viel Leerstand verkommt.
Ich danke Ihnen.
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